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Wie schärfe ich ein Messer?

Messer schärfen: Wie du deine Messer extrem scharf schleifen kannst - mit wenig Aufwand und einem rattenscharfen Ergebnis


Du willst dein Messer schleifen?

Gute Idee.

Leider reicht eine Idee nicht aus.

In diesem Artikel zeige ich, was du wirklich brauchst, um dein Messer zu schärfen.

Ich verrate dir:

1. Wie du deine Messer auf einem Schleifstein extrem scharf schleifen kannst

2. Was du tun musst, wenn du noch nie ein Messer geschliffen hast und deine Klingen so stumpf wie ein alter, rostiger Holznagel geworden sind

3. Wie lange du ein Messer schleifen solltest, damit es so richtig scharf wird

Darüber hinaus beantworte ich dir auch alle deine weiteren Fragen.

Wie zum Beispiel:

  • In welchem Winkel solltest du deine Messer schleifen und Wie hältst du diesen Winkel stabil?
  • Welche Körnung sollten deine Schleifsteine haben?
  • Was kannst du tun, damit deine Messer auch nach dem Schliff dauerhaft scharf bleiben?

Bevor es aber an den Schleifstein geht ...

Schauen wir uns die häufigsten Fehler beim Messer schleifen an, die deine Messer zerstören - und die du vermeiden solltest:

Die 7 häufigsten Fehler beim Messer schleifen

Machen wir es kurz.

Hier sind die häufigsten 7 Fehler beim Schleifen:

  • 1) Du machst zu Beginn viel zu schnelle Schleifbewegungen und lässt dir nicht genug Zeit, um den Schleifprozess zu lernen. So raubst du dir die Chance, ein Gefühl für den richtigen Winkel zu bekommen.
  • 2) Du machst unterschiedliche und durcheinander wirbelnde Schleifbewegungen. Dadurch bleibt der Schleifwinkel nicht konstant und die Schneidkante des Messers wird ungleichmäßig.
  • 3) Du wechselst zu schnell die Schleifseite des Messers - noch bevor ein Grat entstanden ist (mehr zum Grat weiter unten).
  • 4) Du wechselst die Klingenseite, bevor sich der Grat über der ganzen Schneide gebildet hat - dadurch wird das Messer nur stellenweise scharf.
  • 5) Der Winkel ist entweder zu flach - oder zu weit. Dadurch verändert sich die Geometrie und die Schneidkante des Messers.
  • 6) Du hast die falsche Körnung beim Schleifstein für deine Messer ausgesucht. Mit der passenden Körnung sparst du enorm viel Zeit und bekommst ein besseres Ergebnis.
  • 7) Du hast nur den Mittelteil der Klinge geschliffen - die Schneide am Griff und die Spitze sind immer noch stumpf.

All diese Fehler führen dazu, dass deine Klinge nach dem Schliff entweder stumpf bleibt - oder völlig ruiniert ist.

Anfänger machen in der Regel all diese Fehler in einem einzigen Rutsch.

Was ist mit dir, bist du auch ein Anfänger?

Ich zeige dir, wie du diese Fehler vermeiden kannst - und deine Messer schon beim ersten Schliff rasiermesserscharf schleifen kannst.

Legen wir los:

Schleifwinkel beim Küchenmesser: In welchem Winkel solltest du dein Messer schleifen?


Eine Sache muss ich gestehen:

Die bisher beste Antwort auf die Frage habe ich mir bei Nandger von Schmiedeglut abgelurkst:

"Maximal 20° - alles darüber ist kein Messer mehr und schneidet auch nicht mehr schön".

Amen.

Was ist damit gemeint?

Wenn der Schleifwinkel 25° misst, dann hast du hinterher einen Schneidewinkel von 50° und das ist praktisch schon ein stumpfes Messer.

Deshalb sollte dein Schleifwinkel zwischen 10° und 20° liegen. Je kleiner der Winkel, desto schärfer und präziser kannst du mit deinem Messer schneiden.

Schleifwinkel und Schneideweinkel bei Messer schleifen

Übrigens:

Wenn du ein Messer aus Kohlenstoffstahl (Carbonstahl) oder Damaszener Stahl hast, dann sind die Klingen besonders hart und stabil. Diese Messer kannst du in einem sehr feinen und kleinen Winkel schleifen - zum Beispiel 10°.

Messer aus Edelstahl dagegen solltest du nicht in einem zu kleinen Winkel schleifen, weil der Stahl für diesen niedrigen Schleifwinkel zu "weich" ist.

Sprich: Wenn die Schneide so dünn ist, dann kann sie sehr schnell abbrechen.

Hier kannst du dich mehr ins Thema Messerstahl vertiefen und prüfen, welche Messerstähle es gib und wie sie sich von einander unterscheiden.


Wie bestimmst du den richtigen Schleifwinkel?

Halte dein Messer senkrecht im 90° Winkel auf dem Schleifstein.

Halbiere den Winkel auf 45°, sodass dein Messer diagonal zum Schleifstein zeigt.

Halbiere diesen Winkel erneut - dann ist dein Messer ungefähr bei 22°.

Wenn du danach dein Messer noch ein bisschen tiefer zum Schleifstein hin neigst, bist du unter 20° und kannst dein Messer auf eine ordentliche Schärfe bringen.

Und noch was:

Ob der Winkel nun 15° oder 17° beträgt, spielt in der Praxis letztendlich kaum eine Rolle. In beiden Fällen ist das Messer scharf und es macht wieder Spaß, damit zu schneiden.

Du musst also nicht mit einem Geodreick den exakten Winkel abmessen.

Wie hältst du den Winkel beim Schleifen stabil und konstant ein?

Wenn du einen Winkel zum Schleifen gefunden hast, dann musst du ihn auch konstant einhalten, weil du sonst die Schneidkante ruinierst.

Aus meiner eigenen Praxis kann ich dir sagen:

Zu Beginn ist das echt nicht leicht. Bei meinen ersten Versuchen habe ich die Hälfte meiner Messer zerkratzt, ohne es zu merken.

Und damit dir nicht das gleiche passiert und du von Anfang an alles richtig machst, habe ich hier einige Tipps für dich.

Das erste Gebot heißt:

Schleife langsam.

Deine Hände und deine Augen müssen sich erst an dieses "neue" Bewegungsmuster gewöhnen. Deshalb musst du die Schleifbewegung langsam einführen.

Wenn du zu hastig bist, kann es passieren, dass du dich unbewusst an eine falsche Bewegung gewöhnst und dich hinterher "umschulen" musst.

Es ist wie in der Fahrschule - bevor es im Kickdown auf die Autobahn geht, wird langsam in der 30ger Zone geübt.

Machen wir weiter:

  • Halte das Messer fest im Griff. Ich empfehle dir, dein Messer so zu greifen, dass du mit deinem Mittel-, Ring- und Kleinfinger den Griff umschließt - und mit Daumen und Zeigefinger die Klinge "kneifst". So bleibt das Messer stabil in der Hand und du hast mehr Kontrolle über den Schleifwinkel.
  • Übe keinen Druck auf dein Messer aus. Es reicht, wenn du die Klinge einfach vor und zurück schiebst, ohne das Messer an den Stein pressen. Je weniger Druck du auf die Klinge ausübst, desto mehr Kontrolle hast du über den Schleifwinkel.
  • Du kannst dir auch einen Winkelhelfer zur Hand nehmen. Es gibt etliche verschiedene Schleifhelfer. Bei einigen kannst du unterschiedliche Winkel einstellen, bei anderen bist du auf einen bis zwei feste Winkel beschränkt. Aber in jedem Fall helfen sie dir, den exakten Schleifwinkel einzuhalten. Ich empfehle dir den Schmiedeglut Schärfwinkel - der kostet nur 4€ und erledigt den Job genau so gut wie ein Teil für über 30€ ...

Sobald du den Winkel stabil halten kannst, bist du schon fast ein Profi im Messerschärfen.

Wenn du ein gutes Gehör hast, habe ich hier noch einen Tipp von einem japanischen Schleifmeister für dich:

Wenn du dein Messer im selben Winkel hältst, macht der Schleifstein immer dasselbe Geräusch. Änderst du den Winkel um einen Grad, verändert sich auch das Geräusch beim Schliff.

Falsch: tscht - tscht - krscht krscht - tscht - krscht (unterschiedliche Winkel)

Richtig: tscht - tscht - tscht - tscht - tscht (konstanter Winkel)

Wer Ohren hat zu hören - der höre.

Messer schleifen mit einem Schleifstein: So geht's locker von der Hand


Messer schleifen ist keine Wissenschaft.

Jeder kann es lernen - und jeder kann es gut machen.

Es ist sogar einfach als die Meisten denken:

Lege zuerst deinen Schleifstein ins Wasser, damit er sich vollsaugen kann. Einige Steine sind nach wenigen Minuten voll - andere brauchen dagegen über 10 Minuten. Wie lange dein Stein im Wasser liegen sollte, verrate ich dir weiter unten - also dran bleiben.

Danach legst du dein Messer im passenden Winkel auf den Schleifstein und beginnst mit dem Schleifen:

Schiebe dein Messer einfach gegen die Schneide von dir weg - und dann zieh es wieder zu dir zurück.

Dabei kannst du die Bewegung entweder in einem Rutsch machen - also das Messer von der Spitze bis zum Griff von dir weg schieben und dann vom Griff zur Spitze wieder zurück ziehen.

Das sieht ungefähr so aus:

Messer selber schärfren

Oder du arbeitest dich Schritt für Schritt von hinten nach vorne durch.

Zuerst schleifst du den Bereich der Schneide am Griff.

Dann das Mittelfeld der Schneide.

Und zuletzt die Schneide im Bereich der Spitze.

Dabei schiebst du das Messer einfach vor uns zurück.

Bei der Messerspitze musst du aber aufpassen, dass sich der Schleifwinkel nicht verändert.

Da die meisten Küchenmesser eine geschwungene Schneide haben, rundet die Schneide bei der Messerspitze auf. Und wenn du da nicht entgegenwirkst, verändert sich der Schleifwinkel.

Deshalb musst du das Messer leicht anheben, dabei die gesamte Schneide im Bereich der Spitze den Schleifstein berührt.

Die zweite Variante sieht ungefähr so aus:

Messer selber schleifen

Das war's auch schon.

Wenn du bisher gedacht hast, dass es die eine Technik für den perfekten Schliff geben muss, dann kannst du entspannt durchatmen - es gibt sie nicht.

Beim Schleifen kommt es nur auf eine einzige Sache an:

Material von der Klinge abtragen.

Wie du dabei vorgehst, ist irrelevant.

Heißt:

  • Du kannst dein Messer in einem Rutsch vom Griff zur Spitze schleifen
  • Du kannst dich stückweise vom Griff zur Spitze vorarbeiten
  • Du kannst gegen die Schneide schleifen oder mit der Schneide
  • Du kannst viele kleine Kreisbewegungen machen

Wie Napoleon einmal sagte: "im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt".

Beim Schleifen ist auch alles erlaubt - solange du Material abträgst und einen konstanten Winkel einhältst.

Und diese "Freiheit beim Schliff" führt uns zu der Frage:

"Wie lange muss ich denn schleifen?"

Das kann dir nur dein Messer verraten.

Heißt:

Beim Messer schleifen bildet sich irgendwann auf der Klingenseite, die nach oben zeigt, ein Grat.

Oder anders gesagt: Auf der Seite, die nicht geschliffen wurde, wölbt sich eine kleine und feine Kante (der Grat).

Diesen Grat musst du auf der gesamten Schneide fühlen können - vom Griff bis zur Spitze.

Der Grat beim Messer schleifen

Diesen Grat erkennst du, wenn du mit der Fingerkuppe vom Klingenrücken zur Schneide entlang fährst.

Du wirst merken, wie dein Finger an der Schneide hängenbleibt - oder einen leichten Widerstand hat (es fühlt sich rau, bissig oder einfach scharf an).

Sobald sich dieser Grat gebildet hat, kannst du die Seite wechseln und die ungeschliffene Seite - da wo sich der Grat gebildet hat - schleifen.

Das machst du solange, bis du diesen Grat weggeschliffen hast und sich nun auf der vorherigen Klingenseite (die Seite, die jetzt nach oben zeigt) auch ein Grat gebildet hat.

Dabei verlagerst du praktisch den Grat von der einen Seite, wieder auf die andere Seite.

Nachdem du beide Seiten geschliffen hast und sich auf beiden Seiten ein Grat entlang der gesamten Schneide gebildet hat, bist du mit dem Schliff fertig.

Fehlt nur noch der letzte Schritt:

Du musst du diesen Grat entfernen.

Das machst du, indem du das Messer gegen die Schneide am Schleifstein abziehst. Zuerst die eine Seite, dann die andere und das ganze im Wechsel, bis du keinen Grat mehr ertasten kannst.

Grat entfernen mit Abziehleder oder Polierstein, Messer schleifen

Es ist nicht leicht, den Grat vollständig zu entfernen. Ein kleiner Rest bleibt fast immer übrig, wenn du nur einen Schleifstein zum Abziehen verwendest. Das ist nicht tragisch, weil dein Messer dennoch eine gute Schärfe hat - aber der Unterschied beim Schnibbeln ist enorm, wenn gar kein Grat mehr übrig bleibt.

Hier sind einige Tipps, wie du den Grat vollständig entfernst:

Wenn du einen Polierstein mit einer Körnung von über 3000 hast, dann kannst du die Klinge an diesem Polierstein abziehen.

Du kannst zum Abziehen ein Abziehleder verwenden und sogar ein noch besseres Ergebnis erreichen als mit dem Polierstein.

Wenn du weder einen Polierstein noch ein Abziehleder hast, dann kannst du einfach deine Jeans nehmen. Zieh einfach ein Hosenbein straff und zieh dein Messer zur Schneide hin ab (nicht gegen die Schneide). Das kannst du in einer Art "Pinselbewegung" machen - so, als würdest du mit deinem Messer staub wegwischen.

Diese Pinselbewegung machst du 3 - 4 Mal, danach solltest du keinen Grat mehr fühlen können.

So schleifst du dein Messer auf Rasiermesserschärfe.

Machen wir weiter mit deinem Schleifstein:

Der Schleifstein: Welche Körnung brauchst du?

Ein Schleifstein ist wie Schleifpapier, nur härter und stabiler.

Heißt:

Je gröber die Fläche des Schleifsteins - desto mehr und schneller trägst du Material ab.

Aber genau so wie ein grobkörniges Schleifpapier eine sehr raue Fläche hinterlässt, genau so rau wird die Schneide des Messers nach dem Schliff.

Deshalb brauchst du immer zwei Schleifsteine:

Einen rauen Schleifstein mit niedriger Körnung, um schnell und viel Material abzutragen.

Einen feinen Schleifstein mit einer hohen Körnung, um die Spuren des Vorschliffs zu beseitigen und deinem Messer den Feinschliff zu geben.

Wie sieht das ganze in Zahlen aus?

  • Für den Vorschliff/Reparaturschliff kannst du einen Schleifstein mit einer Körnung bis zu 800 nehmen.
  • Den Hauptschliff erledigst du mit einer Körnung zwischen 800 und 1200.
  • Für den Feinschliff/Polierschliff kannst du Schleifsteine (Poliersteine) mit einer Körnung ab 1200 nehmen.

Je höher die Körnung, desto feiner und schärfer Kannst du die Schneide abziehen.

Wenn deine Messer nicht völlig zerstört oder stumpf wie ein Holzbrett sind, dann reicht ein Schleifstein mit einer mittleren Körnung zwischen 800 und 1200 vollkommen aus.

Damit kannst du einerseits die Schneide leicht nachbessern und andererseits eine gute Gebrauchsschärfe bei deinen Messern wiederherstellen. Und falls du deine Messer auf eine Skalpell-Schärfe polieren möchtest, dann machst du das am besten mit mehreren Poliersteinen und steigerst die Körnung soweit, bis du dich in deinem Messer spiegeln kannst.

Ich empfehle dir einen Kombi-Stein mit zwei unterschiedlichen Körnungen. Meistens haben solche Steine eine niedrige und eine mittlere Körnung.

Was du außerdem beachten solltest, um die richtige Körnung beim Schleifstein zu wählen:

Manche Schleifsteine werden mit einer Körnung von 320 J und andere mit einer Körnung von 600 F angegeben. Wenn du Steine aber miteinander vergleichst, fällt dir auf, dass die Oberfläche identisch ist.

Woran liegt das?

Grund dafür sind die unterschiedlichen Normen:

Du hast zum einen die japanische Norm JIS (Japanese Industrial Standard) und die europäische Norm FEPA. Japanische Schleifsteine werden in der Regel mit JIS angegeben und europäische Schleifsteine, wie der Belgische Brocken, mit der FEPA Norm gekennzeichnet.

Dann gibt es noch eine dritte Norm, die aber fast nur im Bereich der Diamantschleifmittel vorkommt - ANSI (American National Standards Institute).

Hier habe ich eine Tabelle für dich erstellt:

180 F280 J
220 - 240 F320 - 380 J
240 - 280 F380 - 500 J
320 F600 J
360 - 400 F700 - 1000 J
500 F1200 J
600 - bis 1000 F1500 - 3000 J
1200 F4000 J
1500 F6000 J
2000 F8000 J

Du merkst:

Die Angaben sind nicht identisch. Betrachte diese Tabelle deshalb als einen Orientierungspunkt, damit du dich nicht wunderst, wenn du einen Schleifstein mit einer 8.000er Körnung benutzt und keinen Unterschied siehst zu dem Schleifstein mit der 2.000er Körnung.

Der große Buchstabe neben der Zahl ist der ausschlaggebende Faktor.

Was du tun musst, wenn du noch NIE deine Messer geschliffen hast


Wenn du dein Messer noch nie geschliffen hast, ist die Schneide vermutlich derbe stumpf - oder sogar schon kaputt und übersäht von etlichen, kleinen Ausbrüchen.

Da hilft nur eins:

Du musst die Schneidkante neu aufsetzen.

Oder einfach gesagt, musst du dein Messer reparieren.

Dazu brauchst du mindestens zwei Schleifsteine mit einer groben Körnung (erlaubt ist alles unter 800; je weniger, desto einfacher) und einen Schleifstein mittlerer Körnung (max. 1200).

Wenn du nur ein Messer schleifen willst, solltest du mit einer guten Stunde rechnen - je mehr Erfahrung du hast, desto weniger Zeit brauchst du.

Zuerst beginnst du mit dem Vorschliff:

Nimm den groben Schleifstein und trage Material von der Klinge ab, bis sich auf der gesamten Schneide ein Grat gebildet hat. Ich empfehle dir bei krass stumpfen/ kaputten Klingen eine Körnung von 500 und weniger, weil du wirklich viel Material abtragen musst.

Sobald du den Grat auf der ganzen Klinge ertasten kannst, drehst du dein Messer um und wiederholst das Ganze, bis sich erneut ein Grat gebildet hat.

Und jetzt aufpassen:

Du wechselst nicht den Schleifstein.

Stattdessen drehst du dein Messer zurück auf die anderen Seite und schleifst die Klinge wieder so lange, bis du einen Grat fühlst. Danach drehst du wieder die Klinge und schleifst erneut bis zum Grat.

Das Ganze wiederholst du etwa 3-4 Mal. So solltest du genug Material vom Messer weggeschliffen haben, damit eine neue, jungfräuliche Schneidkante hervor scheint.

Erst danach kannst du den Schleifstein wechseln und die mittlere Körnung dazu benutzen, um die Spuren aus dem Vorschliff zu beseitigen.

Sprich:

Die Schneidkanten "glätten" und den Grat soweit reduzieren, bis du ihn kaum noch spürst - fertig.

Falls du ein Abziehleder hast oder eine alte Jeans entbehren kannst, kannst du dein Messer abschließend abziehen und den Grat vollständig entfernen.

"Wie lange muss mein Schleifstein im Wasser liegen?"

Das kann dir nur dein Schleifstein verraten.

Sprich:

Wenn du den Stein ins Wasser legst, saugt er sich mit Wasser voll und währenddessen steigen Bläschen auf. Dein Schleifstein ist bereit, wenn keine Bläschen mehr aufsteigen. Je nach Beschaffenheit ist dein Stein nach wenigen Minuten voll gesaugt, oder es dauert 10 bis 20 Minuten. Achte deshalb auf die Bläschen.

Besonders wichtig:

Du musst den Stein nicht alle drei Minuten "water-boarden", damit er nass bleibt. Es reicht, wenn du hin und wieder wenige Tropfen Wasser auf die Oberfläche machst. So bleibt die Oberfläche schmierig - und das ist auch gut so.

Diese "Schmierpaste" besteht aus winzigen Steinkörnchen, die erst dafür sorgen, dass dein Messer geschliffen wird. Wenn du den Schleifstein aber alle paar Minuten ins Wasser tauchst, weil er trocken geworden ist, schwemmst du die Schmierpaste weg und die Oberfläche des Steins wird glatt. So würdest praktisch zwei Schritte vorwärts gehen, einen Schritt wieder zurück.

Merke dir deshalb:

Während des Schleifens nicht den Stein ins Wasser tauchen oder sauber machen, sondern nur mit wenigen Tropfen die Oberfläche schmierig halten.

"Wie kann ich effektiv prüfen, ob mein Messer stumpf ist?"

Machen wir es kurz:

Hier sind 6 Tricks, wie du prüfen kannst, ob dein Messer stumpf wie alter Holznagel ist - oder scharf wie ein Skalpell:


#1 Der Tomatentest

Nimm dein Messer, eine Tomate und setze zum Schneiden an. Wenn du eine „Delle“ in die Tomate drückst und erst durch die dünne Haut schneiden kannst, wenn du ordentlich drückst, ist dein Messer stumpf.


#2 Der Papiertest

Schneide mit deinem Messer durch ein Blattpapier. Wenn sich dein Messer durch das Papier „beißt“ oder es zerreißt, anstatt sauber zu gleiten, ist die Klinge stumpf.


#3 Der Lichttest

Nimm dein Messer und halte es mit der Schneide nach oben ins Licht. Wenn das Messer stumpf ist, siehst du eine weiße Linie auf der Schneide.


#4 Der Pfadfinder-Test

Nimm dein Messer und schiebe es gegen die Schneide und ohne Druck an deinem Daumennagel entlang. Wenn das Messer widerstandslos gleitet, ist es stumpf.


#5 Der Knödeltest

Nimm ein Tuch von der Küchenrolle und mach es zu einem Knödel. Versuche danach, mit deinem Messer durch den Knödel zu schneiden. Wenn dein Messer stumpf ist, drückst du eine Delle hinein oder zerfranst es.


#6 Der Rasiermesser-Test

Führe dein Messer gegen die Schneide am Unterarm oder Schienbein entlang. Wenn es stumpf ist, passiert nichts. Wenn es so scharf wie eine Rasierklinge ist, kannst du dich damit rasieren. :-)


"Wie halte ich mein Messer nach dem Schleifen dauerhaft scharf?"

Damit ein scharfes Messer scharf bleibt, musst du es scharf halten.

Klingt einfach?

Ist es auch, wenn du das richtige Werkzeug hast.

Und was brauchst du dafür?

Ich empfehle dir einen hochwertigen Wetzstab. Damit kannst du dein Messer wetzen und brauchst es viel seltener zu schleifen.

Was passiert beim Wetzen?

Anders als beim Schleifen trägst du dabei kein Material ab - sondern verbiegst die Schneide.

Das heißt:

Wenn du mit einem scharfen Messer schnibbelst, verbiegt sich die Schneide in einem mikroskopisch kleinen Bereich, sodass ein Grat entsteht und dein Messer einen Teil seiner Schärfe einbüßt.

Diesen winzigen Grat musst du aber nicht wegschleifen. Mit einem Wetzstab kannst du ihn stattdessen wieder ins Lot biegen und dein Messer wieder auf einfachste Weise schärfen. 

Dabei brauchst du nicht einmal eine besondere Technik:

Lege die Klinge einfach an den Wetzstab an und ziehe gegen die Schneide in einem Zug das Messer ab. Zuerst die eine Seite, dann die andere Seite - jeweils im Wechsel.

Das wiederholst du einige Male, bis du keinen Grat mehr an der Schneide ertasten kannst.

Das war's auch schon.

Damit das aber auch wirklich so einfach wird wie es klingt, solltest du ein Paar Dinge beim Wetzstab beachten.

Das Wichtigste:

Dein Wetzstab sollte härter sein als deine Messer - sonst schneidest du mit der Klinge in den Wetzstab hinein und zerstörst sowohl dein Messer als auch den Wetzstab.

Nimm auf keinen Fall kurze Wetzstäbe, weil du damit nur kleine Spickmesser oder Tomatenmesser wetzen kannst. Für ein großes Kochmesser brauchst du auch einen großen Wetzstab. Er sollte eine gute Elle lang sein, damit du auch große Messer in einem Stück abziehen kannst.

Außerdem gibt es Wetzstäbe aus unterschiedlichen Materialien:

  • Stahl
  • Keramik
  • Stahl mit Diamantbeschichtung

Wetzstäbe aus Keramik und mit Diamantbeschichtung sind so hart, dass du sie auch als Schleifwerkzeug benutzen kannst. Daher solltest du aufpassen, um nicht zu fest mit dem Messer zu drücken, weil du sonst aus Versehen Material abträgst und deine Schneidkante beschädigst.

Übrigens:

Wenn du ein Keramikmesser, Damastmesser oder japanische Klingen mit über 60 HRC besitzt, solltest du nicht zum Wetzstahl greifen.

Einerseits sind die Messer oft als der Wetzstahl und andererseits sind die Schneiden extrem anfällig für Brüche.

Um Messer mit einer hohen Rockwell härte scharf zu halten, kannst du ein Abziehleder (oder deine alte Jeans) benutzen.

Wenn du scharfe Messer liebst, dann wird dich das auch interessieren:


Jetzt weißt du, wie du deine Messer extrem scharf schleifen kannst.

Aber welches Werkzeug passt zu deinen Messer am besten?

Das verrate ich dir hier:

Messerschärfer - die besten Werkzeuge der Profis, um deine Messer zu schärfen und eine kurze Anleitung, wie sie funktionieren.

Aber Messer schärfen ist nicht alles.

Du musst deine Klingen auch gut pflegen.

Sprich:

Die Spülmaschine ist für hochwertige Messer tabu.

Deshalb zeige ich dir hier, wie man hochwertige Küchenmesser reinigen kann - schonend und schnell.

Und da wir gerade bei hochwertigen Küchenmessern sind:

Welche Messer benutzt du in deiner Küche?

Wenn du noch deine billigen Messer aus dem ALDI benutzt, dann bin ehrlich zu dir:

Es wird Zeit für einem Wechsel.

Doch bevor du ein hochwertiges, teures Messer kaufst, solltest du dich gründlich informieren.

Dazu empfehle ich dir unseren Beitrag über die hochwertigsten Messer der Welt:

Küchenmesser Solingen: Wirklich alles, was du über hochwertige Messer wissen solltest.

Und nachdem du dich informiert hast, darfst du dich gerne in unserem Shop austoben und das ein oder andere Küchenmesser kaufen - von Güde, Nesmuk, Wüsthof und co.

Oder falls du einfach mehr Know How brauchst...

Zeige ich dir hier, wie du anhand der Rockwell Härte das passende Messer für dich findest (und endlich den Härtegrad nach Rockwell verstehst).


Hast du noch Fragen?

Wenn du noch nie ein hochwertiges Messer über 50€ gekauft hast, dann solltest du nicht gleich drauf los stürmen und ein Messerblock mit 7 verschiedenen Messer kaufen.

Das ist ein No-Go.

So viele Messer brauchst du gar nicht in deiner Küche.

Eigentlich sind es nur 3.

Welche 3 Messer das sind, verrate ich dir hier:

Warum du kein Messerset aus 18 verschiedenen Messern in deiner Küche brauchst.


Für mehr Inspiration kannst du dich durch unsere ultimativen Listen durchklicken:

1) Die 55 besten Food Blogs in Deutschland und ihre Lieblingsrezepte [2022]

2) Die 33 leckersten Muffin Rezepte - mit Omas geheimen Muffinrezept

3) Die 30 wichtigsten Messerarten in der Küche und wofür du sie brauchst [Das Messer-Lexikon]

4) 50 Sterneköche und ihre Messer: Welche Messer empfehlen Profiköche?

5) 21 Schneidetechniken, die dich zum Profikoch machen - garantiert !


Viel Spaß beim Schnibbeln,

Dein Alex

Ich habe hier noch ein Geschenk für dich :-)


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